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Eine der grössten Herausforderungen im biologischen Kernobstanbau ist die Bekämpfung von Schorf (Venturia inaequalis). Insbesondere in niederschlagsreichen Regionen stellt er den bedeutendsten Schaderreger im Obstbau dar. Für eine erfolgreiche Infektion sind vor allem Niederschlag, Blattnassdauer und Temperatur entscheidend.
Der Schorfpilz selbst produziert keine Toxine, dennoch können infizierte Früchte aufgrund strenger Qualitätsanforderungen meist nur als Mostobst vermarktet werden. Bei starkem und wiederholtem Befall über mehrere Jahre kann es zudem zum Absterben der Bäume kommen.
Frühschorf zeigt sich durch aufgerissenes, verkorktes Gewebe auf den Früchten und Missbildungen im Fruchtgewebe.
Während der Ascosporenphase schleudert der Schorfpilz bei Regen Sporen aus seinen Sporenlagern aus. Vor solchen Sporenausstössen, die mittels Schorfmodellen antizipiert werden können, sollte ein protektiver Belag ausgebracht werden, um die Blätter vor Infektionen zu schützen. Junge Blätter sind besonders zart und daher anfällig. Der Fungizidbelag wird durch Regen abgewaschen und muss deshalb regelmässig erneuert werden. Eine erfolgreiche Schorfbekämpfung in der primären Phase erspart viele Folgespritzungen in der Sekundärphase.
Die erfolgreichen Infektionen aus der Primärphase bilden Läsionen auf den Blättern und jungen Früchten. Dort entstehen Konidien zwischen Kutikula und Epidermis. Konidien werden wassergebunden durch Regenspritzer oder herabfliessendes Regenwasser transportiert. Daher sind vor allem benachbarte Bäume gefährdet. Der Sekundärbefall kann mit Belagsfungiziden kontrolliert werden. Bei starken Regenfällen oder unzureichendem Fungizidbelag sollte eine abstoppende Behandlung erfolgen. Beachten Sie, dass der Schwefeleinsatz bei steigenden Temperaturen im Sommer riskanter wird (Sonnenbrandgefahr).
Für eine wirksame Bekämpfung sind mehrere Faktoren ausschlaggebend. Eine zentrale Rolle spielt der richtige Behandlungszeitpunkt mit präventiven und abstoppenden Produkten. In regenreichen Frühjahren ist eine intensive Bekämpfung erforderlich, wobei die Applikationsintervalle entsprechend kurzgehalten werden müssen.
Zur Optimierung der Behandlungsstrategie empfiehlt sich der Einsatz von Prognosemodellen sowie betriebseigenen Wetterstationen.
Vor dem Regen einsetzen. Sie bilden eine Schutzschicht, welche die Keimung und das Wachstum der Pilzsporen hemmt. Der Belag wird nach etwa 15-30 mm Regen abgewaschen und muss deshalb erneuert werden.
Nach dem Regen einsetzen, wenn der vorbeugende Spritzbelag weggewaschen ist und/oder Infektionsbedingungen sehr hoch sind. Sie zerstören die Pilzsporen und Hyphen während der Keimungsphase.
Der Befallsdruck schwankt je nach Witterung. Mit gezielten Massnahmen lässt sich das Infektionsrisiko jedoch deutlich reduzieren:
Kann der Apfelschorf biologisch kontrolliert werden?
Ja, jahrelange Erfahrung zeigt, dass eine Strategie, die sich auf Curatio, Vitisan, Schwefel, Myco-Sin und Airone stützt, eine gute Wirksamkeit gegen Schorf besitzt, vor allem wenn sie mit robusten Sorten kombiniert wird.
Wann beginnen die Schorfinfektionen?
Der Schorfpilz hat sich über Jahrhunderte an seine Wirtspflanzen angepasst. Deshalb findet der erste Sporenausstoss oft kurz nach dem Knospenaufbruch statt. Daher ist die frühe Austriebsbehandlung wichtig, um diese Infektionen vorzubeugen.
Was ist Lagerschorf?
Lagerschorfinfektionen finden vor der Ernte im Feld statt, die Symptome zeigen sich aber erst im Kühllager. Daher ist eine konsequente Schorfstrategie bis zur Ernte, vor allem in feuchten Lagen (z. B. bei Morgentau) wichtig.