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Die Weissen Fliegen (Aleyrodidae) gehören zur Familie der Mottenschildläuse und sind weltweit verbreitete Pflanzenschädlinge. Sowohl Larven als auch adulte Tiere saugen an den Blättern ihrer Wirtspflanzen und schwächen diese. Zusätzlich scheiden sie Honigtau aus, der die Entwicklung von Russpilzen fördert und die Photosynthese beeinträchtigt. Besonders in Gewächshäusern und an warmen Standorten können sich Weisse Fliegen sehr schnell vermehren. Im gedeckten Anbau lassen sich diese Schädlinge durch den gezielten Einsatz von Nützlingen erfolgreich und nachhaltig regulieren.
Eier und Larven von Weissen Fliegen saugen Pflanzensaft auf der Blattunterseite. Honigtau fördert die Entwicklung von Russtau.
Im gedeckten Anbau (Gemüse, Beeren, Zierpflanzen, CBD) stellt der frühzeitige Einsatz von Nützlingen die wichtigste Bekämpfungsstrategie dar. Bei bereits starkem Befall empfiehlt sich zunächst eine Behandlung mit nützlingsschonenden Insektiziden, gefolgt von einer Freilassung geeigneter Nützlinge zur langfristigen Regulierung.
Im Gewächshaus ist der frühzeitige und präventive Einsatz von Nützlingen die wirksamste Strategie gegen Weisse Fliegen. Die Bekämpfung wird an die jeweilige Kultur sowie die Befallssituation angepasst. Neben den Erzwespen Encarsia formosa und Eretmocerus eremicus spielt insbesondere die Raubwanze Macrolophus eine wichtige Rolle in der Bekämpfungsstrategie. Eine konsequente Befallsüberwachung mit Gelbfallen und regelmässigen Kulturkontrollen bildet die Grundlage für eine erfolgreichen Bekämpfung.
Bei der Kohl-Weissen Fliege (Aleyrodes proletella) im Freiland zeigen Nützlinge nur eine geringe Wirkung, weshalb ihr Einsatz nicht empfohlen wird. Der Schädling kann mit biologische nInsektiziden wie Natural oder Glumalt SL bekämpft werden. Entscheidend für eine gute Wirkung ist eine sorgfältige Benetzung der Blattunterseiten. Auf kleineren Flächen können Kulturschutznetze vorbeugend vor einem Befall schützen.
In Zierpflanzenkulturen sollten Nützlinge bereits wenige Tage nach der Pflanzung vorbeugend ausgebracht werden. Bewährt hat sich insbesondere die Erzwespe Encarsia formosa, deren Freilassung je nach Befallsdruck wöchentlich oder mindestens alle zwei Wochen wiederholt wird. Während der warmen Sommermonate kann Eretmocerus eremicus eingesetzt werden. Werden bereits Raubmilben wie Amblyseius swirskii oder Transeius montdorensis gegen Thripse verwendet, kann von deren Nebenwirkung gegen Weisse Fliegen profitiert werden.
Setzen Sie sich mit uns in Verbindung und lassen Sie sich einen nach Ihren Bedürfnissen und Bedingungen angepassten Einsatzplan von Nützlingen erstellen.
Gewächshaus-Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum)
Die Gewächshaus-Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum) ist im Gewächshaus am weitesten verbreitet und schädigt überwiegend Tomaten, Auberginen, Gurken, Paprika, verschiedene Zierpflanzen, Erdbeeren.
Baumwoll-Weisse Fliege (Bemisia tabaci)
Die Baumwoll-Weisse Fliege (Bemisia tabaci) schädigt vor allem Zierpflanzen (inbesondere Poinsettien). In der Schweiz seltener an Gemüse.
Kohl-Weisse Fliege (Aleurodes proletella)
Die Kohl-Weisse Fliege (Aleurodes proletella) ist ein typischer Schädling von Kohlgewächsen im Freiland, vor allem Rosenkohl, Federkohl, Wirz, Brokkoli und Kohlrabi.
Die Eier werden auf Blattunterseiten abgelegt. Nach einem beweglichen ersten Larvenstadium folgen mehrere unbewegliche Entwicklungsstadien, bevor sich eine Puppe bildet und die adulten Tiere schlüpfen.
Die Entwicklung ist stark temperaturabhängig. Unter warmen Bedingungen verkürzt sich die Entwicklungszeit deutlich, wodurch sich Weisse Fliegen sehr rasch und massenhaft vermehren können.
Woran erkenne ich einen Befall mit Weissen Fliegen?
Ein geringer Befall zeigt sich häufig beim Berühren oder Bewegen der Pflanzen. Die weiss geflügelten Insekten fliegen dabei von den Blättern auf. Auf den Blattunterseiten befinden sich Eier, Larven und adulte Tiere. Adulte Tiere werden durch die gelbe Farbe angelockt. Gelbtafeln sowie regelmässige Kulturkontrollen können genutzt werden, um Erstbefall festzustellen.
Wie schnell vermehren sich Weisse Fliegen?
Die Entwicklung der Weissen Fliegen ist stark temperaturabhängig. Bei etwa 20 °C benötigen die Schädlinge rund 30 Tage oder länger, um sich vom Ei zum adulten Tier zu entwickeln. Steigen die Temperaturen auf 25 – 30 °C, verkürzt sich die Entwicklungsdauer je nach Art und Wirtspflanze auf rund 18 bis 22 Tage. Dadurch können sich Populationen unter warmen Gewächshausbedingungen sehr schnell vermehren und innerhalb kurzer Zeit kritische Befallsstärken erreichen.