Produkte für den privaten Gebrauch sind bei Andermatt Biogarten erhältlich.
Lagerkrankheiten können Früchte bereits am Baum oder erst während der Lagerung befallen und zeigen ein breites Spektrum an Symptomen. Je nach Erreger erfolgt die Infektion zu unterschiedlichen Zeitpunkten, wodurch eine eindeutige Zuordnung oft erschwert wird. Zudem lassen sich die Symptome leicht mit physiologischen Schäden verwechseln.
Viele Erreger wirken opportunistisch: Mit zunehmender Lagerdauer bauen Früchte ihre Energiereserven ab und verlieren an Widerstandskraft. Dies schafft ideale Bedingungen für Krankheitserreger, die die geschwächten Früchte gezielt infizieren.
Gloeosporium Befall im Lager
Diese Erreger infizieren die Früchte sowohl vor der Ernte als auch im Lager. Die Lentizellengrösse der Äpfel spielt dabei eine wichtige Rolle für die Sporenkeimung. Sorten mit grossen Lentizellen, wie Pinova, sind besonders anfällig.
Versuchsdaten zeigen, dass Myco-Sin Anwendungen vor der Ernte den Erreger wesentlich reduzieren können. Die Hauptinfektionen finden ab Mitte Juni statt. 6 bis 8 Behandlungen mit Myco-Sin im Zeitraum vor der Ernte zeigen eine gute Wirkung.
Blossom Protect wird zusätzlich zu Myco-Sin eingesetzt. Es besiedelt die Fruchtoberfläche und verhindert, dass sich Krankheitserreger ansiedeln. Dank der kurzen Wartezeit kann es auch zwischen Pflückdurchgängen eingesetzt werden.
Die Infektion beim Lagerschorf erfolgt in den Wochen vor der Ernte. Im Lager ist es zu kalt für den Schorfpilz: Dort kann er keine neuen Sporen bilden und sich nicht weiter vermehren.
Es entstehen Läsionen auf der Frucht, die unterschiedliche Dimensionen haben und teilweise schwer von physiologischen Schäden abzugrenzen sind.
Für die Bekämpfung ist es entscheidend, das Fungizidprogramm gegen Schorf konsequent über die gesamte Saison durchzuführen. Typischerweise werden 14, 7 und 3 Tage vor der Ernte Lagerspritzungen durchgeführt.
Sowohl im integrierten als auch im biologischen Apfelanbau gibt es keine vollständig etablierte Strategie gegen Kelch- und Kernhausäulen. Die Infektion erfolgt überwiegend während der Blüte, weshalb ein konsequentes Fungizidprogramm – insbesondere bei feuchter Witterung – wichtig ist. Das bedeutet, dass die Krankheiten teilweise durch die biologische Schorfbekämpfung miterfasst werden.
In Anlagen mit hohem Krebsdruck (Symptome am Holz) ist das Infektionspotential deutlich erhöht. Daher ist es wichtig, verkrebstes Holz von Anfang an konsequent zu entfernen, um den Infektionsdruck niedrig zu halten. Weiterhin kann es vorteilhaft sein, noch am Baum hängende Fruchtmumien im Winter aus der Anlage zu entfernen, um Folgeinfektionen, die von den Mumien ausgehen, zu reduzieren.
Die Applikation frudistor bietet nützliche Diagnosehilfen, um zu erkennen, um welchen Erreger es sich handelt.
Ein weiterer wichtiger Baustein gegen eine Vielzahl von Lagerfäulen ist die Heisswasserbehandlung. Diese tötet oberflächliche Sporen ab und erhöht so die Lagergesundheit. Leider ist dieses Verfahren energieintensiv und daher nicht für alle das Mittel der Wahl.
Viele Lagerkrankheiten lassen sich durch ein konsequentes Fungizidprogramm und eine gute Anlagenhygiene deutlich reduzieren. Den grössten Einfluss auf das Risiko haben jedoch die Sortenwahl und standortspezifische Bedingungen.
Beim Obstbaumkrebs, einem Erreger von Kelch- und Kernhausfäulen, hat sich zudem gezeigt, dass der Einsatz eines Zwischenstamms den Krebsbefall am Holz verringern kann. Dies kann wahrscheinlich durch die verkürzte Standzeit in der Baumschule begründet werden. Dadurch sinkt der Infektionsdruck während der Blüte.
Welche Mittel helfen gegen Lagerkrankheiten?
Neben der Sortenwahl und Anlagenhygiene hat sich gezeigt, dass das biologische Fungizidprogramm gegen Schorf bereits einige Lagerkrankheiten mitkontrollieren kann. Myco-Sin zeigt eine gute Wirkung gegen Lagerkrankheiten. Blossom Protect ist ein weiterer wichtiger Baustein, insbesondere für Anwendungen kurz vor der Ernte.
Was tun bei Verdacht auf Lagerkrankheiten in meiner Anlage oder im Lager?
Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie bei der Diagnose. Erst wenn klar ist, welcher Erreger Ihre Äpfel befällt, kann eine gezielte und wirksame Strategie erarbeitet werden.