Spinnmilben 

Die Familie der Spinnmilben (Tetranychidae) gehören zur Unterklasse der Milben (Acari), deren Adulte/Imagines sich unter anderem durch vier Beinpaare charakterisieren. Zu den im Schweizer Pflanzenbau bekanntesten Arten gehören die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) und die Rote Spinne (Panonychus ulmi). Spinnennetze, welche der Spinnmilben-Familie den Deutschen Namen geben, machen jedoch nur einige Arten einer Unterfamilie zu welcher Tetranychus urticae gehört.  

Die Pflanzenbaulich relevanten Spinnmilben entwickeln sich bestens bei trockenen und warmen Bedingungen. In Gewächshäusern, Tunnels aber auch in gedeckten Beeren- und Obstanlagen finden sie ideale Entwicklungsbedingungen. In trockenen und heissen Sommern wie 2022 können Spinnmilben jedoch auch an Freilandkulturen (Sellerie, Mais) Schaden verursachen. Im Sommer dauert der Entwicklungszyklus von Ei zu Adult weniger als zwei Wochen. Schaden können jedoch bereits die Larven verursachen, welche nach 5 – 7 Tagen aus den Eiern schlüpfen. 

Vorbeuge 

Von Trockenheit gestresste Pflanzen werden häufig zuerst befallen. Eine gute Wasserversorgung, beziehungsweise ein gutes und gesundes Wurzelwerk vermindert die Anfälligkeit auf Spinnmilbenbefall.  

Falls es die klimatischen Bedingungen und die Kultur erlauben, kann an heissen Tagen 1 – 3 x 2 – 5 Minuten beregnet werden. Wichtig: Die Pflanzen sollen innert 45 Minuten wieder vollständig trocken sein und trocken in die Nacht, um keine pilzlichen Infektionen (z.B. Botrytis) zu provozieren.  

Früherkennung 

Eine erfolgreiche Regulierung der am häufigsten vorkommenden Gemeinen Spinnmilbe fängt bei der zeitigen Erkennung der Befallsherde an (zum Beispiel kleine gelbe Punkte auf Blatt, siehe Bild rechts). Ist der Befall so weit fortgeschritten, dass bereits Netze sichtbar sind, muss eine kombinierte Bekämpfungsstrategie mit Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Nützlingen ins Auge gefasst werden. Ist dies der Fall, sollte die Strategie mit ihrer zuständigen Beratungsperson abgesprochen werden.

Nützlingseinsatz 

Phytoseiulus persimilis 

Diese Raubmilbe ist ausschliesslich gegen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) wirksam und somit der effektivste Gegenspieler dieses Schädlings. Sie kann sich nicht wie andere Nützlinge von Pollen oder anderen Milben- oder Insektenarten ernähren.  

Vorbeugend

Entlang der Aussenwände, befestigten Wegen, Gewächshausstützen und Zonen mit Vorjahresbefall.  

Bei Befall 

Freilassung vor allem in und um die Befallsherde im Bewusstsein, dass es ca.
2 Wochen dauert, bis sich die Raubmilben gut etabliert haben und weitere
1-2 Wochen, bis die Spinnmilbenpopulation unter Kontrolle ist.   

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Amblyseius californicus

Raubmilbe mit etwas breiterem Wirtsspektrum, jedoch immer noch mit Vorliebe auf Spinnmilben. Kann sich über einen längeren Zeitraum auf der Kultur etablieren, auch wenn keine Spinnmilben vorhanden sind. Im Gegensatz zu Phytoseiulus ist die Wirkung bei starkem Befallsdruck jedoch ungenügend. Deshalb sollte der Einsatz vorbeugend erfolgen oder bei Befall in Kombination mit Phytoseiulus.  

Vorbeugend  

Meistens über die ganze Kulturfläche angewendet oder entlang der Aussenwände, befestigten Wegen, Gewächshausstützen und Zonen mit Vorjahresbefall.  

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Feltiella acarisuga 

Die Raubgallmücke kann sich wie Amblyseius californicus von einem breiteren Spektrum an Spinnmilben ernähren. Im Gegensatz zu den Raubmilben sind die Adulten fliegend unterwegs. Dank ihrem ausgeprägten Suchverhalten finden die Raubgallücken die Spinnmilbenherde und legen dort ihre Eier ab. Nur die ausschlüpfenden Larven ernähren sich von den Spinnmilben. 

Vorbeugend  

Einzelne Einheiten in Zonen stellen wo mit einem Befall zu rechnen ist. Entlang der Aussenwände, befestigten Wegen und Gewächshausstützen. 

Bei Befall 

Als Ergänzung zu Phytoseiulus einzelne Dosen in Befallsherde stellen.

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Weitere Nützlinge mit Nebenwirkung auf Spinnmilben 

Die folgenden Nützlinge haben auch einen Effekt auf Spinnmilben falls sie bei Befallsbeginn bereits gut etabliert sind. Dieser reicht jedoch in den meisten Fällen nicht aus, um bei starkem Spinnmilbenbefall eine genügende Wirkung zu erzielen: 

Macrolophus caliginosus, Amblyseius cucumeris, Transeius montdorensis, Orius laevigatus 

Pflanzenschutzmittel

Häufig sind die noch vorhandenen chemischen Wirkstoffe auf Grund von Resistenzen nicht mehr genügend wirksam und verursachen im Zusammenspiel mit Nützlingen mehr Probleme als das sie Nutzen bringen. Die meisten biologischen Produkte sind Kontaktmittel und bedingen eine gute Applikationstechnik. In vielen Kulturen ist eine gute Benetzung der Blattunterseite auf welcher sich die meisten Spinnmilben aufhalten schwierig.  

Aus unserem Sortiment eignen sich die folgenden Produkte zur Reduktion der Spinnmilben bei starkem Befall: 

Bei Fragen zur besten Bekämpfungsstrategie kontaktieren sie unsere Berater*innen.  

Darreichungsformen 

Beutel 

  • Zur Vorbeuge 
  • Vermeiden von Streuverlusten (z.B.  Tomaten, Himbeeren, CBD-Hanf)  

Streuware 

  • Behandlung von Befallsherden 
  • Anwendung mit Verteilgerät à Makita Bugflow 
  • In Kulturen wo wenig Streuverluste zu erwarten sind (z.B. Erdbeeren, Gurken) 

Blattware  

  • Keine Streuverluste (z.B. Tomaten, Himbeeren, CBD-Hanf) 
  • Vorteil verschiedene Raubmilbenstadien 
  • Als Kombiprodukt (Phyto/Ambly-Mix
  • Ideal für kleinere Flächen 

Videos zur Ausbringung